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Flora und Vegetation von El Hierro werden als Beitrag zur Erforschung der Biodiversität der Kanarischen Inseln erfasst.
El Hierro, im Jahr 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt, ist mit etwa 270 km² die kleinste der Kanarischen Inseln und liegt im äußersten Südwesten des Archipels. Die Flora und Vegetation des bis zu 1501 m aus dem Meer ragenden Eilandes im Einflußbereich des NO-Passats waren Gegenstand eines Forschungsprojektes unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Schönfelder (Arbeitsgruppe Areal- und Vegetationskunde am Institut für Botanik der Universität Regensburg, Deutschland), das 1997 begonnen wurde. Im Rahmen von zwei Dissertationen (Dr. Markus v. Gaisberg und Dr. Christian Stierstorfer) wurden sowohl die Verbreitung (Chorologie) als auch der Gesellschaftsanschluss (Soziologie) aller Gefäßpflanzen erforscht. Die vegetationskundlichen
Ergebnisse werden in der Reihe Dissertationes Botanicae (Bd. 393 und 395) veröffentlicht (Stierstorfer 2005 und v. Gaisberg 2005), die chorologisch-floristischen Resultate erscheinen als Verbreitungsatlas der
Gefäßpflanzen mit einer kritischen Checklist (Stierstorfer & v. Gaisberg 2006, siehe auch Hierro-Flora-Forum).
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Ein laufendes Projekt in Zusammenarbeit mit dem Departamento de Ecología an der Universidad de La Laguna, Teneriffa (Prof. Dr. José
María Fernández Palacios und Dr. Rüdiger Otto) dient zur Auswertung der Datenbank mit multivariat-statistischen Verfahren (Island Ecology and Biogeography Research Group). Für erste Resultate siehe dieses Poster und das “Abstract”.
Zur floristischen und vegetationskundlichen Bearbeitung von El Hierro wurden zwei Untersuchungsgebiete entsprechend der Höhenzonierung
festgelegt:
Dr. Markus von Gaisberg bearbeitete im Rahmen dieses Projektes die untere Stufe mit Küstenvegetation, Sukkulentenbusch, Thermophilen
Buschwäldern, sowie Fels- und Ersatzgesellschaften.
Dr. Christian Stierstorfer bearbeitete die höher gelegenen Bereiche der Insel: An der Südabdachung der Insel über etwa 600 m ü. NN finden sich dort
Kanarenkieferwälder, an den z. T. sehr steilen Flanken der Nordabdachung über etwa 400 m ü. NN Lorbeerwaldreste und als deren Degradationsstadium Baumheide-Buschwälder. Wie in der unteren Stufe wurden auch die
Felsgesellschaften sowie die Ersatzgesellschaften (z. B. Weiden und Ruderalgesellschaften) durch Vegetationsaufnahmen dokumentiert.
Als Datenbasis dienten zum einen die Ergebnisse der Rasterkartierung der gesamten Flora nach dem 1×1km² UTM-Raster, bei der für jeden
Quadratkilometer eine Liste der vorkommenden Sippen erstellt wurde (siehe Beispielskarte). Zum anderen wurde die Diversität der Pflanzengesellschaften durch insgesamt fast 1500 Vegetationsaufnahmen nach der Methode von Braun-Blanquet
erfasst. Die Aufnahmen wurden in pflanzensoziologischen Tabellen sortiert, so dass die verschiedenen Vegetationseinheiten identifiziert, in das syntaxonomische System eingegliedert und ökologisch charakterisiert
werden können.
Die Datenbank wurde mit Hilfe des interaktiven Programms zur Bearbeitung floristischer Daten FLOREIN (Subal 1997) und des
Zusatzprogramms TABEIN (Jahn 1993) erstellt. Mit Hilfe dieses ersten vollständigen floristischen und vegetationskundlichen Informationssystems einer Insel des kanarischen Archipels können zahlreiche weitere
Auswertungen vorgenommen werden. Ein Beispiel ist die Analyse
der Verbreitungsschwerpunkte der Endemiten, was die Formulierung von Hypothesen bezüglich der Artentstehung unter den spezifischen Bedingungen von El Hierro erlaubt (v. Gaisberg & Stierstorfer 2003, 2005).
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Ein weiterer Forschungsschwerpunkt war die kritische Auseinandersetzung mit der Flora der Insel, durch die auch einige
Sippen der Gattungen Carduus, Holcus, Lolium und Teucrium neu beschrieben werden konnten, siehe Beispielskarte und Medio Ambiente Canarias. Von den knapp 600 nachgewiesenen, wild wachsenden Sippen gelten etwa 140 Taxa als endemisch für die makaronesischen Inseln (Azoren,
Madeira, Salvajes, Kanaren und Kapverden) und über 100 hiervon als Kanaren-Endemiten. Etwa 20 Sippen (inklusive Hybriden) sind in ihrer Verbreitung ausschließlich auf El Hierro beschränkt.
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